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Professionalisierung

eBay verändert Gebührenstruktur

21.08.2008 um 15:35 Uhr
Autor(en): pte pte.
Das Internetauktionshaus eBay hat angekündigt, eine neue Gebührenstruktur einzuführen.

Demnach soll ab Ende September die Einstellgebühr für Festpreisartikel auf ein bis maximal zehn Cent fallen, die Verkaufsprovision für Shop-Artikel jedoch ansteigen. "Damit wollen wir den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden", meint Uschi Mayer, Pressesprecherin bei eBay Austria, im pressetext-Gespräch. Denn diese würden immer häufiger auf Festpreisangebote bei gewerblichen Händlern zurückgreifen als auf Auktionsangebote von privaten Händlern. "Vor allem Einsteiger in den Internethandel sehnen sich nach Sicherheit und Zuverlässigkeit", so Mayer. Mittlerweile seien 40 Prozent aller Transaktionen beim Auktionshaus Festpreisverkäufe - was einem Anstieg um fast zwei Drittel binnen der vergangenen sechs Jahre entspricht.

Erst Anfang des Jahres hatte eBay durch veränderte Konditionen und Bewertungssysteme auf sich aufmerksam gemacht und den Unmut vieler User auf sich gezogen. "EBay hat eindeutig signalisiert, dass seine Zukunft den Großhändlern gehört und nicht den kleinen Tante-Emma-Läden", stellte Tim Boyd, Internetanalyst vom US-Technologieinstitut American Technology Research, gegenüber der "New York Times" fest, nachdem eBay im Mai bekannt gab, mit dem US-amerikanischen Online-Händler Buy.com zu kooperieren. Nach Ansicht von Scot Wingo, Chief Executive bei der Marktforschungsfirma ChannelAdvisor zielen die aktuellen Entscheidungen des eBay-Managements vor allem darauf ab, verlorenes Terrain gegenüber anderen Einzelhandelsplattformen wie Amazon.com zurückzugewinnen. "Die niedrigeren Einstellungsgebühren werden Verkäufer dazu motivieren, mehr Artikel einzustellen und somit kann der Käufer aus einer größeren Produktpalette auswählen", sagt Wingo. So werden ab 25. September die Einstellungsgebühren auf ein bis zehn Cent fallen. "Dabei ist es egal, ob es sich um eine Armbanduhr oder um ein Auto handelt", erläutert Mayer. Gleichsam werden die Provisionsgebühren leicht auf zwei bis elf Prozent steigen. Bisher zahlen Verkäufer zwischen 25 Cent und 4,80 Euro Einstellungsgebühr. Den zu erwartenden Umsatzrückgang will man bei eBay durch höhere Absatzmengen kompensieren.

Um die Verkaufszahlen anzukurbeln bietet man Power-Sellern im Premiumshop-Abo eine Flatrate an. Für 299 Euro im Monat können dort unbegrenzt viele Artikel auf eBay eingestellt werden. Damit wolle man Großhändlern einen Anreiz bieten ihre Angebote noch einmal auszuweiten. Neben der veränderten Gebührenstruktur wird es auch Neuerungen im Bezahlsystem geben. So wird es in den USA nicht mehr möglich sein in bar oder via Scheck zu bezahlen, sondern nur noch mit PayPal und Kreditkarte. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird dies aber weiterhin möglich sein. Der seit einiger Zeit schwer in die Kritik geratene PayPal-Käuferschutz wird ebenfalls modifiziert. Waren Artikel, die mit PayPal bezahlt wurden, bisher maximal bis zu einer Höhe von 1000 Euro abgesichert, wird es zukünftig keine Limitierung inklusive der Versandkosten mehr geben. Der Käuferschutz greift, wenn ein Artikel trotz Bezahlung nicht versandt wird oder deutlich von der Artikelbeschreibung abweicht. (pte)


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